Analog 2000 bis 2009

Kleinbild-Dias auf dem  Leuchttisch
Kleinbild-Dias auf dem Leuchttisch

Noch während meiner Schulzeit begann ich mit dem Fotografieren. Es war so um das Jahr 2000 herum und noch war nicht an ernsthafte digitale Fotografie zu denken. Ein Bild aus dieser Zeit, dass sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat, sind die fertig entwickelten Diafilme in ihren Labortaschen, die das Leuchtpult förmlich unter sich begruben.

Kleinbild-Dias ohne Rahmen
Kleinbild-Dias ohne Rahmen

 

Wie lief es damals ab?

Wenn ich von der Reise mit meiner Isoliertasche voll Kleinbild- und Mittelformatfilmen heimkam, brachte ich zuerst die Filme zum Entwickeln ins Labor. Tage oder auch Wochen später konnte ich mir die entwickelten Diastreifen abholen. Dann kam der spannendste Augenblick, wenn ich endlich die Fotos vor mir auf dem Leuchttisch sah. Waren sie so geworden, wie ich sie mir vorgestellt hatte? Stimmt die Belichtung? Sind sie scharf trotz Sturm?

Als Nächstes wurden die Kleinbilddias von mir gerahmt und in Diasheets in Ordnern abgeheftet.

 

Unentbehrliches Werkzeug: die Lupe
Unentbehrliches Werkzeug: die Lupe

Die Mittelformate wurden genauso abgelegt, nur dass ich hier keinen Plastikrahmen, sondern schwarze Passepartoutrahmen benutzte. Ach so, beschriftet wurden die Dias auch - mit kleinen Aufklebern.

 

Wie ging es dann weiter?

Je eine Bildauswahl ging an meine beiden damaligen Bildagenturen. Wenn ein Buch- oder Kalenderprojekt anstand, erstellte ich wieder eine Auswahl für einen Verlag. Dafür war es wichtig, von jedem Bild mehrere Dias zu besitzen, weshalb ich manchmal einen halben Film pro Motiv belichtete.

Und alles was die Agenturen oder Verlage mir zurückgaben, sortierte ich wieder ins Archiv zurück. Eine mühselige Fleißarbeit.

 

Warum kam der Umstieg erst 2009?

Die Verlage haben noch sehr lange Dias genutzt und gerne genommen. Die Bildqualität der Digitalkameras wurde erst mit den Jahren besser.

Fertig für eine Bildauswahl | Mittelformat-Dia
Fertig für eine Bildauswahl | Mittelformat-Dia
Analoges Bildarchiv - Was nun daraus werden wird?
Analoges Bildarchiv - Was nun daraus werden wird?

Welche analoge Kamera?

Meine erste Mittelformatkamera, eine Zenza Bronica, wurde mir leider in Portugal samt Objektiven plus zusätzlicher Kleinbildausrüstung aus dem Auto gestohlen. Kurzzeitig überlegte ich die Fotografie an den Nagel zu hängen. Dann kaufte ich mir doch noch eine Canon EOS 3, welche mich bis zum analogen Schluss begleitete. Erweitert habe ich meine Ausrüstung dann wieder um eine Mittelformatkamera Pentax 67 II. 

 

Was passiert nun mit den Dias?

Einige, vielleicht 10 % meines Archivs,  habe ich gescannt. In der Vergangenheit wurden die Mittelformat-Scans noch gerne eingesetzt. Dies läßt nun nach. Wahrscheinlich werden ich mich von den Kleinbilddias in den nächsten Monaten trennen. Es fällt mir sehr schwer, denn es stecken viele schöne Erinnerungen, jede Menge Arbeit und Geld in den Bildern.

Arbeitsplatz anno 2004
Arbeitsplatz anno 2004


Digital seit 2009

Im digitalen Zeitalter bin ich Canon treu geblieben, da ich so meine Objektive weiter benutzen konnte. Meine erste Kamera war eine Canon EOS 10D. Diese tauschte ich bei Erscheinen gegen eine Canon EOS 5D aus. Meine derzeitige Kamera ist das Nachfolgemodell die EOS 5D II . 

 

Wie läuft es heute ab?

Die größten Unterschiede sind, dass ich das Bild beim Fotografieren sofort betrachten kann und keine Duplikate mehr aufnehmen muss. Das vereinfacht die Arbeit sehr. Heute ist die Datensicherheit wichtig und es gilt auf Reisen immer die nächste Stromquelle im Blick zu behalten. Mehrere Speicherkarten, Festplatten und ein Laptop sind zum unverzichtbaren Begleiter geworden.  Dafür habe ich sofort das Bild vor Augen.

Wieder zurück im Büro heißt es dann die neuen Bilder auf dem Server in die bestehende Ordnerstruktur zu integrieren. Da ich nur RAW-Bilder fotografiere, muss ich jetzt meine Bilder selbst entwickeln. Dies nimmt leider viel Zeit in Anspruch, denn als Landschaftsfotograf habe ich kaum Serien. Und so verbringe ich Tage und Wochen mit starrem Blick auf den Monitor:  Entwickeln, Ausflecken und Verschlagworten. Zum Glück habe ich zwei Helfer im Team, die mich bei dieser Arbeit unterstützen. So haben sich die Laborkosten zu Analogzeiten in Personalkosten verwandelt.

 


 

Wie geht es dann weiter?

Meine Bildagenturen erhalten eine digitale Bildauswahl, aus der sie wiederum Bilder für ihr Archiv aussuchen. Im Laufe des Jahres erstelle ich dann noch für einige Kalenderverlage individuelle Bildauswahlen für ihre Projekte.

Was zum Glück entfällt, ist das Zurücksortieren der nicht genommenen Bilder.

 

War der Umstieg auf digitale Fotografie schwierig?

Ja. Lange Zeit waren die Auflösungen der Kameras nicht ausreichend, so dass an einen Umstieg nicht zu denken war. Außerdem zögerte ich , da ich gerade einen kompletten Analog-Workflow aufgebaut hatte. Das hatte viel Zeit durch Learning-by-Doing verschlungen und so wollte ich es nicht gleich wieder aufgeben. Außerdem steckte auch in der Erstellung der Dias bereits viel Zeit und Geld. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Als meine Verlagskunden von analog auf digital umstiegen, war es auch für mich Zeit. Schade, dass die analogen Bilder heute nicht mehr gefragt sind. Die Qualität der digitalen Bilder ist einfach zu gut.

So waren wohl die ersten Jahre meiner Arbeit für die Katz, aber ich blicke optimistisch in die Zukunft.

 

Hier habe ich auf Fotos verzichtet, da es bei mir wie an jedem x-beliebigen Computer-Arbeitsplatz aussieht: Stuhl, Tisch, Monitor, PC, Server, Mouse und Tastatur. Kleiner Unterschied: der Monitor ist ein kalibrierter Grafikmonitor und mein Handwerkszeug ist das Programmpaket Adobe® Creative Suite.